Pharmakologische Einflüsse

Von den bisherigen Untersuchen liegen nur vereinzelte Daten vor (siehe unten). Es konnte praktisch kein spezielles Antiepileptikum mit einem erhöhten Risiko für SUDEP in Verbindung gebracht werden. Ein Risiko ist bei der Einnahme von mehr als einem Präparat eher gegeben. Geklärt konnte jedoch nicht werden, ob die Medikamente oder die i. d. R. schwer behandelbare Epilepsie verantwortlich ist. Es gibt deshalb keinen Anlass eine Therapie mit Carbamazepin zu vermeiden, auch wenn die betroffene Person erhöhte SUDEP-Risikofaktoren hat.

  • Neue Antiepileptika (wie Lamotrigin, Tiagabin und Gabapentin): Es wurde zwar über eine erhöhte SUDEP-Inzidenz berichtet, womöglich liegt es aber daran, dass mit diesen Wirkstoffen sehr schwere Epilepsien behandelt werden.
  • Phenytoin: es ist schon lange bekannt, dass es zu Herzrhythmusstörungen kommen kann; so wird nun vermutet, dass es evtl. während eines tonisch-klonischen Anfalls die Herztätigkeit beeinflusst.
  • Carbamazepin: einige Studienberichte ergaben ein erhöhtes SUDEP-Risiko durch Herzrhythmusstörungen, aber wegen häufigen Dosisänderungen und dadurch bedingten Serumkonzentrationen außerhalb des Referenzbereichs ist dies eher als ein unabhängiger Risikofaktor zu bewerten.
  • Ferner wurde einer erhöhte Sterblichkeitsrate bei denen beobachtet, die durch abruptes Beenden der Carbamazepintherapie die Herztätigkeit beeinflussten, wodurch ein Herzstillstand ausgelöst werden kann.
  • Phenobarbital und Valproinsäure: es ergaben sich keine kardialen Hinweise.
  • Zu Psychopharmaka (z.B. Clazapin) liegen widersprüchliche Ergebnisse vor.

 

Stand: 2007